GAZ / WZ  vom 24.12.2005

Haltbarkeit überschritten

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Dass man XP aktivieren muss, um damit arbeiten zu können, ist
vielen sicher bekannt, zumindest im Soho- und Heimbereich.
In Firmen, die eine sogenannte Corporate Lizenz besitzen ist das eher unüblich. Schulen sind hin und wieder davon auch betroffen was die dortigen Admins gelegentlich überrascht.
Gerade dort, kurz vor den Ferien werden Musterinstallationen erstellt
und dann werden die erstmal vergessen, wegen wichtigerer Dinge.
Fröhlich im neuen Jahr nimmt man sich die angefangene Installation 
noch einmal vor und wird durch eine Meldung begrüßt, die die vorherige Arbeit
zunichte macht, weil noch nicht abgeschlossen, ein Zeichen dass die 
Schulferien doch zu lang sind.

Bild1: Abgelaufene Aktivierungszeit überschritten

Windows will aktiviert werden- je nach Installationsquelle ist hier ein Zeitraum von 14 Tagen (einige OEM und alte SB-Version) und bis zu 30 Tagen  (MSDN) vorgesehen. 
Das stört eigentlich nicht, kann aber wie im Falle der nicht bedachten Ferienzeit zu einem Ärgernis werden wenn die getätigte Installation noch nicht komplett fertiggestellt worden ist.
Dies macht man in mittleren Umgebungen, um die komplett konfigurierte Version für einen sogenannten Rollout vorzubereiten, ohne auf eine Corporate Version zurückzugreifen, was eindeutig besser wäre.
Aber auch der Heimanwender kann in die Falle laufen, wie ein jüngstes Beispiel
leider zeigt. Ein Rechner mit einer sogenannten Recovery-Version musste
wegen Schaden am Mainboard gerade 3 Jahre alt, komplett neu installiert werden, mit neuer Hardware natürlich. Diese Recovery-Version bestand aus sogenannten Imagedateien die per Passwort geschützt sind und sich nur über die vom Hersteller eingerichtete Routine installieren lassen. 
Genau das kann bei geänderter Hardware schlicht daneben gehen und eine Ersatz-CD wird man nach Ablauf der Garantie nur schwerlich bekommen können, man hat also eine wertlose Lizenz die sich nicht mehr installieren lässt.
Eine der üblichen Vorgehensweise, eine Reparaturinstallation durchzuführen, funktioniert mit solchen Recovery-Versionen ohnehin nicht.
Hier spricht man übrigens vom "verdongeln" mit der Hardware.
Vorbeugend kann man aus der vorhandenen noch lauffähigen Installation oder Zugriff auf die noch funktionierende Festplatte bei dieser "Verdongelung" eine freie Version erstellen um die erworbene Lizenz weiter nutzen zu können.
Der dazu nötige Schlüssel klebt am Rechner selbst, nur muss es sozusagen präventiv passieren bevor die Software eine Installation verweigert, oder die Festplatte nicht mehr lesbar ist, das passende Verzeichnis auf der Festplatte vorrausgesetzt. 
Nach geltender Rechtsprechung ist dies kein Verstoß, da eine Lizenz  und die Software vorhanden ist, diese wird lediglich weiterhin nutzbar gemacht. Der Vorgang gleicht dem sogenannten Slipstreaming, das von Microsoft auch beschrieben wird und das integrieren eines Servicepacks in eine vorhandene XP CD beschreibt.

Bild2 - 2 Tage nach der Installation

Schulen und Institutionen haben die Möglichkeit den Zeitraum aufzuschieben durch Einsatz der sogenannten Deploy-Tools oder durch das aufbringen des Servicepacks2 was den Freiraum der Aktivierungszeit verlängert, wie im Falle von Schulferien.

Bild3 -verlängert

Nach aufspielen des Servicepacks2 - wieder Zeit gewonnen. 


Von einem Eingriff in die Registry ist aber abzusehen, da die Änderungen nicht völlig gesichert nachvollziehbar sind.

Michael Bormann