GAZ / WZ  vom 31.12.2005

Kleiner Rückblick

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E-Mails zu Weihnachten sind schick und schnell erledigt. Arges Pech allerdings, beinhaltet die Mail keinen fröhlichen Gruss sondern den derzeit aktuellen
»Merry-X.A« der im Vordergrund eine nette Animation abspielt und im Hintergrund das System verseucht. 
Auch dieser Trojaner ist in die Jahre gekommen und existiert eigentlich schon seit 1995. Allerdings ist der moderne Abkömmling wesentlich verfeinert 
und gräbt sich entsprechend tiefer in das System.
Eine Datensicherung zu besitzen ist hier sehr von Vorteil und wie selbst neuere Systeme aus der Reihe der Discounter zeigen, ist eine richtige Windows-CD mit Reparaturmöglichkeiten nicht zu unterschätzen. Diese liegt aber nicht bei, beziehungsweise nicht übereinstimmend mit den installierten Recovery-CD's und die Daten sind nach Nutzung der Recovery-CD natürlich restlos verschwunden.
Entfernen ließe sich der Trojaner schon, nicht aber eine völlig fehlgeschlagene Installation eines Anti-Virus Programmes das von diesem Trojaner ausgehebelt wurde.
Auch fröhliche Grüße mit der Botschaft einen Gewinn anfordern zu können oder
in einem Online-Casino einen Betrag verspielen zu dürfen haben es in sich, 
klickt man auf den in der Mail enthaltenen Link. Ein echter Gewinn ist das 
sicher nicht, ebenso die immer noch beliebte gefälschte Rechnung der Telefongebühren die mit unglaublichen Beträgen aufmerksam macht. 
Der Anhang hier ebenfalls als Trojaner getarnt, wird dieser in unvorsichtiger Weise und leichtfertig geöffnet hat es auch in sich. 
Dialer hingegen haben es immer schwerer Opfer zu finden, da über DSL
nun einmal keine Wahl möglich ist, eine vom aussterben bedrohte Gattung von Schadsoftware.
Dafür klingelt gelegentlich das Handy nur einmal, zu kurz um das vermeintliche Gespräch anzunehmen. Wer nun unbedacht den Rückruf auf die angezeigte Nummer einleitet, wird mit Gebühren in unbekannter Höhe bedacht, ohne vorherige Ansage natürlich.
War 2005 anfangs ein Jahr der Würmer die sich über Schwachstellen in ungeschützte und ungenügend aktualisierte Systeme einfanden, so geht der Trend derzeit in Richtung Trojaner und Phishing. 
Ereignisse wie Überschwemmungen oder andere Katastrophen rufen eine Flut
von Mails auf den Plan die nicht immer den guten Zweck im Auge haben. Ist im Anhang ein Trojander versteckt oder ein Link zu einer Webseite und der Ärger kann anfangen.
Da im allgemeinen Schadware nachgeladen wird, ist es wichtig äußerst vorsichtig mit E-Mails von unbekannten Absendern zu sein und den Virenscanner möglichst aktuell zu halten.
Eine installierte Firewall muss hiervon nichts bemerken segelt die bösartige Software unter falscher Flagge und tarnt sich unter dem Internetexplorer dem ja immer freie Fahrt erlaubt ist.
Statt Postfächer oder Briefkästen zu verstopfen wünsche ich allen Lesern  auf diesem Wege einen guten Rutsch in ein schönes neues und möglichst virenfreies Jahr.

Michael Bormann