GAZ / WZ  vom 14.01.2006

Farbenfrohes Dateisystem

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Manch einer stößt bei seiner Entdeckungsreise mit dem Explorer auf der Festplatte auf unbekannte Dateien und Ordner, die zudem auch viel Platz
benötigen. Sogar Ordner die dem verdutzten Benutzer den Zugriff verweigern, werden bei der Reise entdeckt. 
Unter normalen Umständen wie Microsoft das zum Schutz des Betriebssystemes vorsieht, tauchen derartige Dateien nicht auf, entsprechende Anfragen dann auch nicht.
Da aber doch viele Benutzer wegen Trojanergefahren und anderer Software sich mittlerweile auch versteckte Ordner und Dateien anzeigen lassen, tauchen oft Anfragen auf wie:
Warum werden Dateien oder Ordner in anderer Farbe, blau angezeigt.
Wo kommen grüne Dateien und Ordner her.
Was sind das für Ordner die mit »$NtuninstallKB« beginnen oder »$hf_mig$« lauten.
Die Antworten dazu:
Blaue Dateien und Ordner sind komprimiert, es handelt sich um die durch
WindowsUpdate angelegten Ordner. Der Namensteil von »$Nt« mit den Zahlen bezieht sich auf den entsprechenden Artikel in der Microsoft Datenbank.
Die Ordner beinhalten die durch das Update ausgetauschten veralteten Systemdateien. Wer nicht vorhat, das System wegen Problemen auf einen älteren und auch unsicheren Stand zurückzufahren, benötigt diese Dateien nicht mehr und kann diese Ordner löschen, gegebenenfalls vorher auf CD brennen.
Etwas mehr Hausputz ist möglich, löscht man die entsprechenden Dateien
»KBxxxxx.log« im Ordner Windows, ein »X« steht hier jeweils für eine Ziffer.
Insgesamt sind durch beide Aktionen bis zu 600 MByte an Platz zu gewinnen,
was bei zu klein bemessenen Systempartitionen manchmal hilfreich ist.
Völlig anders hingegen ist der Ordner »$hf_mig$« zu behandeln, dem eine besondere Bedeutung zukommt, diesen Ordner sollte man allerdings nicht löschen. Die Abkürzung des Ordnernamens könnte man erweitern zu
HotfixMigration, dessen Sinn und Zweck ist unter
http://support.microsoft.com/kb/824994 umfassend beschrieben.
Bleibt noch die Frage nach grünen Dateien, die wohl nur wenige Benutzer
auf ihrem Rechner haben. Diese stellen eine der Erweiterungen dar, die 
aber nur in dem Betriebssystem XP-Pro enthalten ist, die Home-Version
beherrscht diesen Mechanismus nicht, wohl aber die Anzeige.
 Hervorgerufen wird dies Anzeige, wird ein Ordner oder nur eine Datei verschlüsselt.
Die zugehörige Technologie nennt sich »EFS« vollständig als
Encrypted File System, verschlüsseltes Dateisystem die seit Windows 2000
dazugehört. So einfach Windows dieses verschlüsseln auch ermöglicht,
das zugehörige Zertifikat ist unbedingt auf ein externes Medium zu sichern.
Im Problemfall wie einer defekten Systeminstallation, wäre sonst kein Zugriff
auf diese Dateien mehr möglich, die Verschlüsselung gilt als sicher.
Wie der Export eines Zertifikates zu erfolgen hat, ist in der Hilfe
von Windows in einfachen Schritten beschrieben.

Michael Bormann