GAZ / WZ  vom 30.07.2005

XP Pro Kompendium

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Windows XP Professional Kompendium

Peter Monjademi und Eric Tierling
ISBN 3-8272-691-8
Erschienen 05-2005
Begleit CD
€ 49,95


Das Kompendium in der dritten Auflage ist auf 1383 Seiten angewachsen und eignet sich gleichermaßen als Nachschlagwerk und als Arbeitsbuch 
mit vielen erklärenden Bildern.
Eingearbeitet in sechs Teilen mit insgesamt 32 Kapiteln die auch Neuerungen des Servicepacks 2 beinhalten wird der Leser durch fast alle Einstellungen geführt. 
Teil sieben enthält Hinweise zur Installation, das Suchregister und die Aufzählung der auf der beiliegenden CD befindlichen netten Hilfsprogramme mit Erklärung.
Das Werk richtet sich an Administratoren im serverlosen Netzwerk und Anwender mit Erfahrung bis hin zu Experten. Zielsetzung der Autoren ist der optimale Einsatz auf einzelnen PCs und im kleinen Netzwerk 

Die ersten Seiten richten sich eher an Anfänger. Hier geht es im Schnelldurchgang durch die Neuerungen von XP gegenüber anderen Windows Versionen mit etwas historischem Hintergrund. 
Gelegentlich eingestreute Registrykeys verwirren hier aber mehr, auch der Vergleich zwischen Home und Pro ist stellenweise nicht korrekt aufgeführt.

Der fortgeschrittene Anwender sucht nach spezifischen Dingen für XP Pro, 
auf die er erstmalig nach 380 Seiten trifft, der Remotedesktop der hier 
beschrieben wird. Weiter geht es dann wieder mit allgemeinen Dingen wie 
mit dem Einrichten von Benutzern und Netzwerke, Rechten und den verschiedenen Sicherheitsgruppen. Diese sind in der Praxis etwas granularer als im Buch aufgeführt. Insgesamt hilfreich aber eben nicht unbedingt spezifisch für die Pro-Version.
Dazu blättert man am besten weiter zu Kapitel 11, das auf knapp 80 Seiten
Berechtigungen im lokalen Dateisystem bei Einsatz von NTFS beschreibt, 
die Verschlüsselung mittels »EFS« eingeschlossen. 
Das nächste Herausstellungsmerkmal, der Internetserver  den man in der Home-Version nicht findet, findet man in Kapitel 18 aufgeführt und weitestgehend im Rahmen des Buches beschrieben, auf Sicherheit
wird hier auch hingewiesen. Die erweiterte Firewall seit Sp2 wird 
gut beschrieben, ebenso die ausgefeilten Möglichkeiten der Konfiguration mittels »netsh«. 
Im Zuge der Beschreibung der Datensicherung mittels NTBackup wird die Automatische Sicherungswiederherstellung »ASR« ausgelassen,
die ebenfalls in der Home-Version nicht existiert und hätte erwähnt werden sollen, auch wenn derzeit bessere Lösungen zur Verfügung stehen.
In knapp 20 Seiten werden die nicht in XP-Home vorhandenen Gruppenrichtlinien behandelt,  deren Einsatz manchen Administrator zu einer Neuinstallation gezwungen haben, da es dort Fallstricke gibt auf die zwar hingewiesen, die hier allerdings nicht aufgelöst werden.

Die Arbeit mit dem Registrierungseditor wird auf 20 Seiten bildreich geübt, 
ein wichtiger Punkt im Menü, »Berechtigungen« für Registrierungsschlüssel 
hingegen wird ausgelassen. Die Sicherung der Registrierung sei nicht mehr notwendig, wird behauptet und verweist auf automatisch angelegte Wiederherstellungspunkte und F8 beim Systemstart zu nutzen. 
Ein Hinweis was gesichert wird und was nicht unterbleibt hier, fatal wird den Hinweisen hier gefolgt. 
Die Fähigkeit der manuellen Systemwiederherstellung in diesem Zusammenhang wird erst rund 100 Seiten später, aber somit zu spät zur Pannenvermeidung aufgeführt. Dennoch liegt das mächtige Werkzeug »ERUNT« zur Sicherung mit auf der CD. Die wichtige Erklärung »warum« bleiben die Autoren schuldig. 
Die nahezu letzten Seiten bringen dem Leser die Verwaltung mit Scripting näher, etliche Beispiele untermauern das Wissen.
Es schließen sich Diagnose und Systemeinstellungen an, deren Erklärung nach »Last Minute« klingen. 
Wichtige Fähigkeiten und Fallstricke der Systemwiederherstellungskonsole 
sind nicht erläutert und bei der Aussage dass diese installiert sein muss irren sich die Autoren ebenfalls.  Dass XP-Pro im Gegensatz zu seinem kleinerem Bruder der Home-Version, den Befehl »bootcfg« schon on Board mit sich führt
und sich unter der Haube auch ein klein wenig von diesem abhebt durch weitere Befehle zur Verwaltung und Diagnose wie etwa »tasklist« und »taskkill« ist nicht aufgeführt.
Bei den Neuerungen für SP2 auf den letzten Seiten wird schlicht verschwiegen
dass der Automatische Neustart bei Fehlern nun im Bootmenü abgeschaltet werden kann. Das wegen der angeblich schlechten Speicherverwaltung von XP ein Werkzeug auf CD beiliegt, kann auch nicht gefallen.
Ein zu stark anwendungslastiges Werk, das für fortgeschrittene Anwender noch geeignet sein mag, für Experten, auch angehende allerdings nicht.

Michael Bormann