GAZ / WZ  vom 15.10.2005

Stummer Diener, der Drucker

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Irgendwo in einer Ecke des Büros oder sogar in einem separaten Raum steht der Drucker. Obwohl schon lange und immer wieder mal das papierlose Büro angekündigt wurde, ganz ohne scheint es nicht zu gehen. 
Es wird immer noch viel gedruckt, zum Teil in Farbe was früher
noch sehr teuer war, häufig aber doch eher einfarbig. 
Ob nun Tintendrucker oder Laserdrucker, das Gerät ist beinahe immer eingeschaltet, auch am Wochenende und gehört zu den eher versteckten Verbrauchern gerade im Büro.
Gelegentlich wird eine neue Patrone eingesetzt und Papier nachgefüllt,
ansonsten wird der Drucker kaum beachtet.
Nach einiger Zeit ärgert man sich über schief oder mehrfach eingezogenes Papier, unregelmäßigen Ausdruck oder kapitalen Papierstaus weil sich ein Etikett voreilig vom Bogen gelöst hat. 
Je nach Druckvolumen verrichtet ein Laserdrucker für kleine bis mittlere Arbeitsgruppen zuverlässig seine Aufgabe ohne Beanstandungen und Wartung die einfach vergessen wird. Ein höherwertiger Laserdrucker teilt sogar einen erreichten Wartungstermin anhand der gedruckten Seitenzahl mit, was ebenso oft ignoriert wird bis nichts mehr geht. Farblaser stellen dann in aller Regel rigoros den Dienst ein, Monochrom-Laser nicht immer und erfreuen mit Streifen im Ausdruck oder ungleichmäßiger Deckung.
Außer Elektronik sind etliche bewegliche Teile in einem Drucker, die nicht nur
zum Transport der Blätter nötig sind und irgendwann versagen. Oft sind es nur Kleinigkeiten die erneuert werden müssen und mit wenigen Handgriffen
getauscht sind. Gelegentliches säubern der Papierwege mit einem kleinen Staubsauger um den Abrieb der sich angesammelt hat zu entfernen ist kein besonderer Zeitaufwand. 
Etwas hakeliger wird es ja nach Modell, die zum Transport nötigen Rollen in den Papierfächern oder dem Drucker selbst zu erneuern. Dabei unterscheidet man zwischen Pickup-Rollen die das Papier aus der Kassette fischen und Paperfeed-Rollen die das Blatt in den Druckweg befördern.
Behelfsmäßig kann es hier schon reichen, diese Rollen mit Alkohol oder einer anderen nicht angreifenden Reinigungsflüssigkeit wieder zur begrenzten Mitarbeit zu bewegen. 
Der Tausch der Heizeinheiten erfordert etwas mehr Aufwand und lohnt ab etwa der Klasse HP2100 die oft in kleineren Büros noch ihren Dienst verrichten, hingegen bei dem ehemals beliebten 6L im Heimbereich schon nicht mehr.
Auf lange Lebensdauer und hohes Druckvolumen ausgerichtet gibt es für Laserdrucker Reparaturmöglichkeiten.
Anders bei den Tintenstrahlkollegen, die nicht auf Servicefreundlichkeit optimiert worden sind. Diese müssen zeitaufwändig komplett zerlegt werden was nach Ablauf der Garantie oft unwirtschaftlich und mangels Ersatzteilen nicht mehr durchführbar ist.
Die Wahl der Papiersorte und deren Qualität kann den Wartungsintervall eines Laserdruckers ebenfalls neben dem Druckbild beeinflussen, manchmal sogar recht drastisch.

Michael Bormann