GAZ / WZ  vom 19.11.2005

Netzteile

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Kleine Kraftwerke im PC, die Netzteile versorgen diesen mit der benötigten
Leistung. Je nach Modell und Zweck benötigt ein PC eine Leistung die erstaunlich ist. 
Aus dem umfangreichen Angebot an Zubehör wird eine weitere Festplatte eingebaut oder die Grafikkarte hat ihren Dienst getan - eine bessere muss her, 
wenn man schon aufrüstet.
Von den vielen optischen Ablenkungsmanövern wie LED's, blaue Leuchten in den Lüftern und für jedes Ereignis eine andersfarbige alarmierende Anzeige abgesehen: all das benötigt Strom.
Nicht wenige sporadische Abstürze von Windows auf die man natürlich
schimpft, stammen von den Netzteilen her oder können dort die Ursache haben.
Manchmal reicht es schon aus nur ein weiteres CD oder DVD-Laufwerk
anzuschließen und das Netzteil wird über Gebühr beansprucht.
Die dadurch verursachten Fehler sehen sehr unterschiedlich aus und
werden oft eher der Software angelastet. 
Bei steigenden Energiekosten überlegt manch einer, den PC gänzlich
über eine schaltbare Steckdosenleiste vom Stromkreis zu trennen.
Dann gibt es die enthusiastischen Benutzer die aus reiner Vorsicht ein enorm starkes Netzteil in den PC einbauen - viel hilft viel ist  hier die Denkweise. 
Ein überdimensioniertes Netzteil mit 450 oder sogar 550 Watt hat auch einen
Eigenbedarf, ähnlich wie ein hubraumstarkes Fahrzeug und das auch im Leerlauf. Wird diesem zuwenig Leistung entnommen, arbeitet es nicht optimal.
Ein zu schwaches Netzteil hingegen läßt den PC gar nicht anlaufen oder wird im Betrieb sehr warm und durch den oder die permanent laufenden Lüfter auch lauter. 
Während vor wenigen Jahren die Netzteile nur 250 bis 300 Watt zu liefern brauchten, sieht das bei modernen PC's schon anders aus. 
Allein ein aktueller Prozessor benötigt unter Vollast bis zu 130 Watt. Eine passende Grafikkarte die sich für aktionsreiche Spiele besonders gut eignet ist nicht weniger leistungshungrig und allein diese beiden Bauteile benötigen die
Leistung mit der vor wenigen Jahren ein kompletter PC versorgt  werden konnte.
Auch Netzteile arbeiten nicht in jedem Fall ökonomisch und nur in einem
Teilbereich mit dem besten Wirkungsgrad. Dieser liegt bei den gängigen
Modellen zwischen 60 und 80 Prozent und stellt den Eigenverbrauch, die Verlustleistung dar. 
Nimmt das Netzteil 100Watt auf, dann bleiben bei wohlwollend angenommenen 80 Prozent Wirkungsgrad glatte 20 Watt auf der Strecke die nicht zum eigentlichen Verbraucher gelangen.
Die eigentlich ebenso wichtigen Wirkungsgrade eines Netzteiles sind
aber selten auf der Umverpackung und bei preiswerten Modellen nicht einmal
in der Beschreibung ersichtlich oder umständlich beschrieben.
Die Auswahl des passenden Modells ist mit einem schnellen Griff in das Regal
nicht erledigt. Bei sehr preiswerten Modellen mit hoher Leistungsangabe
sind merkwürdige Fehler im Betrieb nicht ausgeschlossen.

Michael Bormann