30.01.2009

Wie war das mit dem Speicher unter Windows?

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Nichts scheint die Medien, sowie sogenannte Fachzeitschriften und natürlich den "einfachen" Anwender zu verwirren: wie viel Speicher kann Windows eigentlich wirklich verwalten?

Geht man von der Technologie aus, unter der aktuelle Betriebssysteme wie Windows NT4x, Windows 2000, Windows XP und natürlich auch Windows Vista geschrieben worden sind, ist die Antwort banal einfach.

Bei 32 Bit Betriebssystemen sind es schlicht 2^32 Speicherzellen die direkt adressiert werden können, mehr ist ohne speziellen Support der Firmware (Bios) und Techniken wie PAE nicht machbar. Das sind dann genau die besagten 4 GigaByte Speicher die in fast allen Computern oder NoteBooks derzeit verbaut sind.
Genau darüber stolpern und radebrechen Zeitschriften und auch Verkaufsberater die mit der Technik und Mathematik nicht so gut bewandert sind. 
Aussagen wie:
"Windows kann das nicht"
"Microsoft hat den Speicher auf xx begrenzt"
"Vista kann nicht mehr verwalten"
"32-Bit Systeme können nicht mehr als 3GB verwalten"

sind nur wenige der unqualifizierten Aussagen, denen sich auch eine ansonsten weitestgehende kompetente Fachzeitschrift anschließt und hier schlicht daneben liegt.
Dabei ist es völlig egal welches OS aus der Serie "NT" betrachtet wird wozu natürlich XP und auch das eher verpönte Vista zählt, alle könnten es... wenn der Unterbau, das Bios dies ermöglichen würde. 
In der Evolution gehen Fähigkeiten verloren, neue kommen hinzu, so auch im Bereich Bios.. wobei hier eher Schlamperei oder präziser "Faulheit"  hinzukommt. Es kann auch am feuchtigskeitgehalt des Wetters liegen, aber die heutigen BIOse leiden unter einer eklatanten Schwäche die nach abkupfern riecht - möglichst fix etwas fertig stellen ohne sich damit weiter befassen und einen vorhandenen Algorithmus einfach übernehmen.

Rechnen ist schwierig und einen von der Hardware benutzten Speicherbereich möglichst präzise zu berechnen und aus dem gemeinsamen Haushalt der verfügbaren Adressleitungen rauszurechnen scheint zuviel Aufwand zu sein, weswegen mal großzügig aufgerundet wird: der Kaufmann kennt das sicher?

Genau hier liegt das Problem, statt ein an die vorhandene Hardware intelligentes Bios zu schreiben wird pauschal festgelegt - alle Straßennummern zwischen 100 und 999 sind für die Allgemeinheit nicht erreichbar, aber vorhanden. (nur ein Beispiel)
So handelt auch Windows, vorhanden sind 4GB, erreichbar allerdings mittlerweile nicht einmal mehr 3GByte, also weniger als 3072 MByte wegen der Faulheit (oder dem Ressourcenhunger der Hardware) der Programmierer. 
In der Praxis derzeit bedeutet das, egal ob 4GB oder 3GB eingebaut sind, nutzbar sind nur 3066MByte  oder sogar noch etwas weniger für das Betriebssystem. Dabei macht es sogar keinerlei Unterschied ob es sich um Windows oder eine Linux Version handelt, beide sind bis auf wenige KByte im gleichen Bereich eingeschränkt, dank der Biosprogrammierer die immer oberflächliger ihren Code gestalten.

Warum bisher keine der Zeitschriften, einschließlich der sonst so fortschrittlichen c't diesen Umstand einleuchtend aufgedeckt und korrigiert hat, bleibt ein Geheimnis der Schreibzunft oder deren Oberflächlichkeit?

Betrachtet man den verfügbaren Speicher unter einer anderen Basis als Windows, bekommt man ein gleiches Bild: weniger Speicher als eingebaut.

Obiges Bild sind die Werte von Vista, links der generell eingebaute Speicher, rechts hingegen der vom BIOS an das Betriebssystem gemeldete verfügbare Speicher. Das sieht auch unter  XP identisch aus, somit keine schwäche von Vista: was nicht erreichbar ist.......

Ein alternatives Betriebssystem für den Speichertest zeigt folgendes an:

Erstaunlich, hier wird ein nahezu identisch verfügbarer Speicher angezeigt. ( erste Zahl hinter Memory ) demnach doch keine Schwäche von Vista, vielmehr Windows?

Natürlich nicht, was nicht zur Verfügung steht kann nicht mitgezählt werden wie auch schon hier festgestellt. Leider werden die Medien nicht müde, den Unsinn weiter zu publizieren, nur den Schlagzeilen und der Auflagenstärke verpflichtet.


Michael Bormann